Leitbild
Die drei Standbeine der PSG
Wir sind Pfadfinderinnen*
„Allzeit bereit" – das ist unser Grundsatz, unsere Philosophie, unser Lebensmotto. Wir sind ein international anerkannter, eigenständiger, katholischer Mädchen*- und Frauen*verband. Unsere Organisationsformen, Ziele, Aufgaben und Methoden beschließen und gestalten wir eigenverantwortlich. Wir sind unabhängig von politischen Organisationen und Parteien und handeln nach demokratischen, partizipatorischen und christlich orientierten Prinzipien. So bekennen wir uns zur freiheitlich-demokratischen und sozialen Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland.
Unser pädagogischer Ansatz orientiert sich an den Grundsätzen unserer internationalen Dachorganisation, dem Weltverband der Pfadfinderinnen (WAGGGS). Wir sind ein Teil der Gemeinschaft von 10 Millionen Mädchen* und Frauen* aus 145 Ländern.
Innerhalb unserer Ortsgruppen (Stämme) sind wir in vier Altersstufen organisiert: Wichtel, Pfadis, Caravelles und Ranger. Wir leben und gestalten pfadfinderische Inhalte altersentsprechend und setzen die kreative Projektarbeit als zentrale Methode unseres Handelns ein.
Wir möchten unser Leben und unsere Gesellschaft durch weibliche Vielfalt aktiv mitbestimmen, gestalten und verändern. In unserem Verband können Mädchen* und Frauen* ihre Fähigkeiten frei von Rollenzuschreibungen einbringen, neu entdecken und entwickeln. Mädchen* und Frauen* finden bei uns einen Erfahrungs-, Freizeit- und Lernraum, in dem sie die Inhalte der Gruppenstunden selbstbestimmt und gemeinschaftlich gestalten können. Das pfadfinderische Grundprinzip „Learning by doing“ ermöglicht uns ein Ausprobieren und Sammeln facettenreicher Erfahrungsschätze, die eine eigenverantwortliche, emanzipierte und menschlich orientierte Lebensgestaltung unterstützen.
Wir sind Mädchen* und Frauen*
Wir bestimmen selbst, was gut für uns ist. Wir stehen für „parteiliche Mädchen*- und Frauen*arbeit“. Das bedeutet konkret: Wir setzen uns für unsere Ideen und Wünsche ein und richten unser Handeln auf eine geschlechterdifferenzierte Sozialisation aus.
Wir arbeiten mit einer Altersstufenpädagogik, die den verschiedenen Entwicklungsständen von uns Mädchen* und Frauen* gerecht wird. Unser Verbandskontext bietet uns Räume, in denen wir unabhängig von unseren Geschlechterrollen angstfrei miteinander ins Ausprobieren, Lernen und Erleben kommen. Wir machen uns dafür stark, dass wir eine selbstbewusste Identität entwickeln und Verantwortung übernehmen können.
Dabei sehen wir die Notwendigkeit, innerhalb unseres Verbandes bewusste emanzipatorische Akzente zu setzen, d.h. in unserer Mädchen*- und Frauen*arbeit auf Selbständigkeit, Unabhängigkeit und Bedürfnisorientierung zu setzen. Das ist für uns so wichtig, weil:
- Mädchen* und Frauen* auch heute noch im Sinne einer eingeschränkten, rollenkonformen und auf das Geschlecht festgelegten Erziehung geprägt werden.
- Mädchen* in ihrem Lebensumfeld geschlechtsspezifische Verhaltensweisen erlernen, die sie auf ihre Rolle als Frau festlegen und einengen.
- Mädchen* und Frauen* auch von der Kirche bestimmte Rollen zugewiesen bekommen und ihnen zentrale Ämter verweigert werden.
Wir gehen davon aus, dass diese Faktoren die Umsetzung von Lebenswünschen, -plänen und -hoffnungen von Mädchen* und Frauen* behindern. Eine aktive und kreative Auseinandersetzung mit diesen gesellschaftlich relevanten Problemstellungen ist für uns ganz zentral.
Wir sind katholisch
Das ist z.B. zu erkennen an: unserem Namen, dem Kreuz in unserem Kleeblatt, der überwiegenden Anzahl der Stämme in Pfarrgemeinden, der Gliederung in Diözesanverbänden, der Mitgliedschaft im BDKJ und der IKKP (Internationale Konferenz Katholischer Pfadfinderinnen).
Als katholischer Jugendverband möchten wir Gemeinschaft und Glaube hautnah und facettenreich erlebbar machen. Das bedeutet für uns christlich geprägte Werte als Fundament zu setzen, Verantwortung für uns selbst zu übernehmen und Partei für schwache und unterdrückte Menschen zu übernehmen, die Auseinandersetzung mit Glaube, Spiritualität und Kirche zu suchen und auch Zweifel gemeinsam zu erleben.
„Look at the girl", nach diesem Grundsatz stellen wir Mädchen* und Frauen* in den Mittelpunkt. In Gemeinschaft mit anderen möchten wir sie dazu befähigen ihren eigenen Standort in der Kirche emanzipiert zu bestimmen sowie eigene Glaubensformen zu entdecken und kirchenpolitisch dafür einzustehen. Konkret geschieht das durch die Gruppenarbeit, Engagement in verschiedenen Projekten, Meditation und Gebet, Gottesdienste, durch die gelebte Gemeinschaft und kirchenpolitische Arbeit.
Die Botschaft Gottes bedeutet Befreiung und Herausforderung zugleich. Wir möchten Kindern und Jugendlichen in einem breiten Spektrum unzensierte und offene Räume bieten, um sich individuell von spirituellen Themen ansprechen zu lassen und diese kreativ, aktiv und kritisch in ihren Lebenskontext zu übertragen.
Kirche, Glaube und Spiritualität sind aus unterschiedlichsten Gründen nicht in den Lebenskontext eines jeden Menschen eingeschlossen. Dies ist für uns kein Ausgrenzungskriterium. In unserem Verband erleben wir eine Willkommenskultur, die gerade aus dem befreienden Verständnis der Botschaft Jesu heraus Raum für unterschiedlichste Lebensentwürfe lässt. Das bedeutet ganz praktisch: Jede* kann bei uns mitmachen, egal ob sie zu einer anderen oder keiner Kirche gehört!
